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Gebäude X: Wenn Infrastruktur zur Architektur wird.

Auf dem Werkstadt-Areal in Zürich entsteht der erste Neubau eines Quartiers im Wandel. Gebäude X ist ein siebengeschossiges Gewerbehaus an der Hohlstrasse und ein Pilotprojekt dafür, wie nachhaltiges Bauen aussehen kann, wenn man Bestand konsequent weiterdenkt.

Das Projekt geht aus einem Gesamtleistungswettbewerb hervor, den Gigon Guyer Partner Architekten gemeinsam mit Leuthard Baumanagement für sich entschieden haben. Gefragt war kein gewöhnlicher Neubau, sondern ein Haus mit Vision – eines, das ehrgeizige Ziele bei den Treibhausgasemissionen erreicht und zeigt, dass Klimaschutz und gestalterischer Anspruch zusammengehören.

21. Juli 2026

Ein Neubau aus wiederverwendetem Material.

Das Aussergewöhnliche an Gebäude X liegt in seiner Substanz. Tragwerk, Fassade und Aussenflächen entstehen zu grossen Teilen aus Bauteilen, die bereits ein Leben hinter sich haben. Ausgediente SBB Schienen und Fahrleitungsmasten werden zum tragenden Skelett, ausgebaute Zugfenster zur Fassade, und für die Aussenflächen kommen Betonplatten aus dem Rückbau des Simplon-Parkings in Lausanne zum Einsatz. Was sonst eingeschmolzen oder entsorgt würde, bildet hier die Grundlage eines neuen Gebäudes.

Den grössten Teil dieser Materialien bringt die SBB aus dem eigenen Bestand des Bahnbetriebs mit. Die Schienen und Fahrleitungsmasten stammen aus dem Unterhalt des Schienennetzes, die Fenster aus ausrangierten Zügen und die Betonplatten aus einem Parkhaus, das im Zuge der Modernisierung des Bahnhofs Lausanne weichen muss. Entscheidend ist, dass die Bauteile hochwertig weitergenutzt und nicht abgewertet werden. Damit wird Gebäude X zum gebauten Beweis, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur im Detail, sondern in der tragenden Struktur eines Hauses funktioniert, und dass ein grosses Immobilienportfolio selbst zur wertvollsten Materialquelle werden kann.

Material, das den Charakter prägt.

Die Wiederverwendung bleibt in Gebäude X nicht verborgen, sondern wird sichtbar zum gestalterischen Thema. Im Innern bestimmen Bündelpfeiler aus zusammengeschweissten Schienen die Räume. An der Fassade gliedern Schienen als vertikale Lisenen die Ansicht. Spuren und Patina der Bauteile bleiben sichtbar, erzählen von der Herkunft des Materials und geben dem Gebäude eine Identität, die kein Neubaustoff bieten könnte.

So entsteht eine Architektur, die ihre Nachhaltigkeit nicht behauptet, sondern zeigt.

Teil eines grösseren Ganzen.

Mit Gebäude X beginnt die schrittweise Verdichtung des Werkstadt-Areals – des einstigen Reparaturwerks der SBB, das sich heute zu einem Standort für urbane Produktion, Gewerbe und Kreislaufwirtschaft entwickelt. Wo früher Züge instandgesetzt wurden, entsteht ein lebendiges Quartier, das Arbeiten, Handwerk und Innovation verbindet.

Der Neubau setzt an dieser Geschichte an, verwendet dessen Material weiter und schreibt die industrielle Vergangenheit des Ortes in die Zukunft fort.

Ein Reallabor für die Zukunft des Bauens.

Für SBB Immobilien ist Gebäude X mehr als ein einzelnes Bauprojekt. Es ist ein Reallabor: Hier wird erprobt, wie sich ein grosses Immobilienportfolio in einen Materialkreislauf überführen lässt, welche bautechnischen und rechtlichen Fragen dabei zu klären sind und welche Erkenntnisse sich für künftige Projekte gewinnen lassen.

Das Wissen, das in diesem Projekt entsteht, ist deshalb genauso wertvoll wie das Gebäude selbst. Es zeigt, was möglich ist, wenn ein Unternehmen bereit ist, neue Wege zu gehen und Verantwortung zu übernehmen.

Die Entstehung von Gebäude X wird über die kommenden Monate begleitet damit Schritt für Schritt sichtbar wird, wie aus alten Schienen und Fenstern ein Haus entsteht.

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Eckdaten

  • Standort: Werkstadt-Areal, Hohlstrasse, Zürich
  • Bauherrschaft: SBB Immobilien
  • Architektur: Gigon Guyer Partner Architekten
  • Totalunternehmung: Leuthard Baumanagement
  • Geschossfläche: 7826 m²
  • Nutzung: Gewerbe

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