Intelligente Mehrfachnutzung schafft Vielfalt auf kleiner Fläche
Am Morgen Gipfeli und Kaffee, mittags Pizza, nachmittags Gelati und abends nochmal Pizza — der Rhythmus der Nachfrage am Bahnhof ist klar. Für manche Mieter, insbesondere für spezialisierte Anbieter auf beengter Fläche wie Gelaterien, bringt das über den Tagesverlauf wechselnde Kundenverhalten aber erhebliche Herausforderungen mit sich. Gefragt sind kreative Lösungen. Im Folgenden stellen wir einige besonders gelungene Beispiele vor:
La Favolosa in Thun: Gelato, Pizza und Gipfeli – rund um die Uhr
Ein besonders eindrückliches Beispiel ist die Gelateria La Favolosa am Bahnhof Thun. Für viele Thunerinnen und Thuner bietet La Favolosa das beste Glace der Region. Das Besitzer-Ehepaar und seine Crew produziert aber nicht nur täglich frische Gelati. Mittags und abends wird das Angebot mit hausgemachter Pizza kombiniert – und im selben Pizzaofen werden frühmorgens frische Gipfeli produziert. Ergänzt wird dieses vielfältige Sortiment durch Kaffee aus einer Rösterei im benachbarten Frutigen. Rudy Ghisleni präsentiert stolz seine Lieblingskaffeesorte: «Milano 7:54» heisst diese, eine liebevolle Anspielung auf die Abfahrtszeit des ersten Frühzuges ab Thun direkt nach Milano. Trotz begrenzter Fläche bietet La Favolosa so rund um die Uhr hochwertige Produkte und zeigt, wie sich die Herausforderungen der Standortnutzung durch abgestimmte Produktauswahl und starke regionale Vernetzung lösen lassen.
The Barn am Zürich HB: drehbarer Imbiss, wechselndes Angebot
Auch am Zürich Hauptbahnhof wird das Prinzip der Mehrfachnutzung erfolgreich gelebt. The Barn in der Passage Sihlquai bedient mit einem drehbaren Imbiss im Tagesverlauf unterschiedliche Kundenbedürfnisse: Morgens stehen frische Müesli im Fokus, ab Mittag sorgen dazu verschiedene Pasta-Gerichte für Abwechslung. Dieses flexible Angebot nutzt die Fläche effizient und spricht über den Tag hinweg verschiedene Kundengruppen an.
Vagabund in Biel: regional verankert und vielseitig
Am Bahnhof Biel zeigt der Mieter Vagabund einen ähnlichen Ansatz: Frische Burger und Tacos, Sauerteigbrot aus einer Handwerksbäckerei, vor Ort gerösteter Kaffee sowie ein kleiner Shop mit Wein und lokalen Produkten schaffen ein Angebot, welches sowohl Pendler:innen als auch die lokale Bevölkerung anspricht. Das Konzept verbindet regionale Produkte mit moderaten Preisen – und macht die Fläche morgens, mittags und abends attraktiv.
Bahnhöfe als lebendige Orte
Verkaufsflächen an Bahnhöfen sind attraktiv, aber anspruchsvoll: Während etwa Supermärkte die sich im Tagesverlauf ändernden Kundenbedürfnisse durch eine breitere Angebotspalette auffangen, müssen kleinere Anbieterinnen und Anbieter flexibel und erfinderisch sein. Die Beispiele aus Thun, Zürich und Biel zeigen, wie diese Herausforderungen erfolgreich angenommen werden können.
SBB Immobilien als Förderin von Vielfalt
SBB Immobilien fördert die intelligente Mehrfachnutzung bewusst», sagt Alexis Leuthold, Leiter Bewirtschaftung SBB Immobilien: «So reduzieren wir Leerzeiten und schaffen attraktive Treffpunkte, die mehr sind als reine Durchgangszonen.