Weichen gestellt für grünen Strom: Photovoltaik auf der Lokremise Sargans
Mit der Lokremise in Sargans zeigt SBB Immobilien, wie sich denkmalgeschützte Architektur und moderne Energieproduktion verbinden lassen. In enger Zusammenarbeit mit der kantonalen sowie der SBB-internen Denkmalpflege wurde auf der historischen Rundbauremise – einem halbkreisförmigen Gebäude zur Unterbringung von Lokomotiven – eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 118 kWp realisiert. Die 268 eingesetzten Full-Black-Module, vollständig schwarze Solarmodule mit besonders ruhiger Optik, erfüllen ästhetische Anforderungen und folgen in ihrer Anordnung der bestehenden architektonischen Struktur – es ergibt sich ein sensibles Zusammenspiel von Geschichte und Zukunft.
SBB treibt die Transformation hin zu einer klimafreundlichen Energieversorgung konsequent voran. Bis 2030 sollen mindestens 22 GWh Solarstrom zur Erreichung der Konzernziele beitragen, bis 2040 mindestens 41 GWh. Neben Neubauten rücken dabei zunehmend bestehende und teilweise denkmalgeschützte Gebäude in den Fokus – Orte, an denen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und verantwortungsvoller Umgang mit historischer Substanz zusammenfinden.
Die enge Zusammenarbeit mit der internen Denkmalpflege ermöglichte eine optimierte PV‑Integration, die historische Substanz respektiert und gleichzeitig moderne Energieerzeugung effizient in den Bestand überführt.
Nationale Bedeutung bewahren – Klima wirksam schützen
Die Remise in Sargans ist die letzte von vier grossen Rundbauremisen, die kurz nach der Gründung der SBB errichtet wurden. Solche Rundbauten dienten früher dazu, Lokomotiven geschützt abzustellen und zu warten. Sie besitzt damit eine nationale eisenbahn- und baugeschichtliche Bedeutung. Der Erhalt eines hohen Anteils historischer Bausubstanz machte die Integration erneuerbarer Energietechnologie besonders anspruchsvoll – und zugleich umso wirkungsvoller im Hinblick auf nachhaltige Entwicklung im Bestand.
Über die Rundbauremise hinaus wurden in Sargans weitere bahnhofsnahe Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Insgesamt entstand so eine installierte Leistung von 378 kWp, die jährlich rund 370 MWh Solarstrom produziert. Rund 70 Prozent der Energie werden direkt vor Ort genutzt – das entspricht dem jährlichen Strombedarf von rund 90 bis 95 Haushalten. Damit leistet das Projekt einen konkreten Beitrag zu Klimaschutz, Energieeffizienz und zur Reduktion von CO₂-Emissionen im Bahnhofsareal.
Ergänzend wurden vier Ladestationen für Elektrofahrzeuge realisiert – zwei für Mobility-Fahrzeuge sowie zwei für Kundinnen und Kunden des Park-and-Ride-Angebots. Auch dies stärkt die nachhaltige Mobilität rund um den Bahnhof Sargans.
Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsleistung
Die Umsetzung erfolgte zwischen Juni 2024 und März 2025 in zwei Etappen und in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege sowie zahlreichen Fachpartnern. Beteiligt waren unter anderem ARK Architekten GmbH, Burkhardt Gebäudehülle AG, TGA Solutions GmbH, ETAVIS Grossenbacher sowie Riget AG. Gemeinsam zeigen sie, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit nachhaltige Lösungen auch im sensiblen denkmalgeschützten Kontext ermöglicht.
Das Projekt in Sargans steht beispielhaft für den Anspruch von SBB Immobilien, bestehende Infrastruktur nachhaltig weiterzuentwickeln und gleichzeitig kulturelles Erbe zu bewahren. Wo Geschichte geschrieben wurde, wird heute Zukunft mit grünem Strom gestaltet.