Areale entwickeln

Bahnhof Aarau: Kundenorientiert mit neuem Konzept.

Eine Befragung der Bahnhofnutzer:innen hat gezeigt, dass im Bahnhof Aarau Ergänzungen beim Ladenmix sowie ein verbessertes Ambiente zum Verweilen und Arbeiten erwünscht waren. In diesem Sinne hat die SBB in den Bahnhof Aarau investiert. Was alles umgesetzt worden ist, erklärt Bruno Ulrich, Produktmanager Bahnhofskonzepte, im Interview.

26. März 2024

Der Bahnhof Aarau hat sich in den vergangenen Monaten und Wochen verändert. Wie kam es dazu?

Das Resultat, dass wir jetzt sehen, geht auf den Sommer 2021 zurück. Damals stand ein grosser Umbruch auf den Mietflächen im Bahnhof Aarau an. Viele Mietverträge mussten erneuert werden und einige Mieterrochaden waren geplant. Die Kundinnen und Kunden stellten zudem der Publikumsfläche des Bahnhofs kein gutes Zeugnis aus. Sie wurde als karg und wenig einladend beschrieben. In der Folge wurden die Verantwortlichen für die Publikumsflächen und Mieterakquisition mit der Aufgabe betraut, den Bahnhof weiterzuentwickeln. Gemeinsam haben diese beiden Abteilungen ein frisches und mutiges Konzept entwickelt, das wir nach und nach an die Möglichkeiten des Bahnhofs angepasst haben. Im Projektverlauf haben wir weitere Fachbereiche mit auf die Reise genommen.

 

Wie sieht das Konzept aus?

Das Konzept umfasst vielfältige, kundenorientierte Mieterangebote – für jede:n ist etwas dabei – sowie eine neue Möblierung und Begrünung. Konkret: Auf den Publikumsflächen befinden sich neu ein qualitativ hochwertiger Sitz- und Arbeitsbereich mit viel Grün, ein einladender Treffpunkt und eine Promenade mit einer Baumallee und einem kleinen Kinderspielplatz, die zum Flanieren und kurz Verweilen einlädt. Wir haben dabei nicht vergessen, dass wir in einem Bahnhof sind. Deshalb lag unser Fokus auf den eher «ruhigeren» Flächen. Im Gegenzug haben wir in den stark frequentierten Bereichen möglichst viele Elemente aufgeräumt, sprich entfernt oder besser angeordnet.

Was war die grösste Herausforderung?

An unseren Bahnhöfen treffen ganz viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen aufeinander: Es wird gereist, gependelt, eingekauft, gearbeitet, kurz gewartet, verweilt und vieles mehr. All diesen Nutzerinnen und Nutzern gerecht zu werden und Aufenthaltsqualität zu bieten, ist eine spannende, aber grosse Aufgabe.

Zudem ist bei der SBB nicht nur eine Abteilung für die Bahnhöfe zuständig. Unsere Bahnhöfe funktionieren nur, wenn die verschiedenen Fachbereiche optimal zusammenarbeiten. Bei einem Projekt wie diesem ist es deshalb auch eine komplexe Herausforderung, alle relevanten Akteure optimal einzubinden.

 

Gab es auch kritische Stimmen?

Wir haben eine gewisse Skepsis gespürt. Schliesslich stehen die Möbel und Pflanzen ja im öffentlichen Raum. Funktioniert das? Wie kommt die Neugestaltung an? Wie wird sie genutzt? Wir haben die positive Grundhaltung der Innenarchitektur beibehalten, gleichzeitig haben wir die Bedenken in das Projekt integriert und bis jetzt kann man sagen: Wir lagen damit richtig. Die neu gestalteten Flächen wurden von Anfang an sehr gut aufgenommen. Die Möbel werden rege genutzt, Kinder spielen auf dem Spielplatz und viele zücken spontan ihr Handy, um die neuen Bereiche zu fotografieren.

Neulich habe ich mich mit einem Kollegen von der Reinigung über die Neugestaltung unterhalten. Er meinte: «Ja klar, ich habe jetzt mehr Arbeit als vorher. Aber es macht mir Spass, weil wir hier etwas wirklich Schönes für die Kundinnen und Kunden geschaffen haben». Solche Reaktionen sind für mich das schönste Kompliment, denn sie spiegeln den positiven Geist wider, der in diesem Projekt steckt!

 

Werden weitere Bahnhöfe im Stil von Aarau neu gestaltet?

Die Gestaltungselemente wurden speziell für den Bahnhof Aarau entwickelt. Wir wollen aus den Erfahrungen in Aarau lernen und weitere Konzepte umsetzen. In welchem Umfang dies geschieht, ist derzeit noch offen. Unser Ziel sind Bahnhöfe, die als Aushängeschilder für Städte, Gemeinden und die SBB wirken, und an denen man sich wohl fühlt und gerne aufhält. An dieser grossen Aufgabe arbeiten wir nun weiter.

 

Hier sehen Sie den Bahnhof Aarau im vorher-nachher-Vergleich.

Bahnhöfe mit kürzlichen Neugestaltungen

Solche Veränderungen werden nicht nur in Aarau vorgenommen. Kürzlich wurde die Schalterhalle im Bahnhof Basel SBB mit einem neuen Treffpunkt und einer neuen Verweilzone attraktiver gestaltet. Ähnliche Massnahmen wurden auch im Bahnhof Glarus durchgeführt.

Das Herzstück der historischen Schalterhalle in Glarus bildet neu eine grosse Natursteinbank, die von Pflanzen umgeben wird. Bei der Planung wurde, wo immer möglich, mit naturnahen Materialien gearbeitet. Ein Beispiel dafür ist die Wiederaufnahme des historischen Brunnens, der von der Aussenfassade des Gebäudes in den Innenbereich gebracht und wieder in Betrieb genommen wurde.

Gespannt blicken wir in die Zukunft und freuen uns auf weitere spannende Projekte, welche die Aufenthaltsqualität an den Bahnhöfen noch weiter verbessern werden.

Weitere Stories

Areale entwickeln

Akzeptanz schaffen für Building Information Modelling.

News

Armin Vonwil wird neuer Leiter Grundstücksmanagement.

Mobilität fördern

Clever und bequem von A nach B.

Areale entwickeln

Der Faktor Mensch – Mitwirkungsverfahren.