Büromobiliar neu gedacht: Das Upcycling-Projekt der SBB Immobilien.
Die Arbeitswelt verändert sich und mit ihr die Anforderungen an Büroflächen und -ausstattung. Was früher selbstverständlich war, wird heute oft anders genutzt oder an einem Standort weniger oder nicht mehr gebraucht.
SBB Immobilien nutzt diesen Wandel, um aus bestehenden Büroflächen attraktive, inspirierende und wirtschaftliche Arbeitsumgebungen für die Mitarbeitenden der SBB zu schaffen.
Anstatt die grosse Menge ungenutzten Büromobiliars zu entsorgen, wird ein anderer Weg gewählt: die Weiterverwendung im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Mit Unterstützung der ZHAW wurde geprüft, wie sich vorhandenes Material sinnvoll in neue Nutzungskonzepte überführen lässt.
Vom Wankdorf nach Olten und zurück in den Einsatz.
Konkret zeigt sich das an Tischplatten aus dem Bürogebäude Wylerpark. Dort waren sie über Jahre Teil der bestehenden Arbeitsplätze. Nach der Neugestaltung der Flächen wurden sie nicht entsorgt, sondern für eine weitere Nutzung aussortiert und in die SBB eigene Schreinerei nach Olten gebracht. Die bestehenden Tischuntergestelle werden ebenfalls weiterverwendet und durch den ursprünglichen Hersteller an die neuen Anforderungen angepasst. So können sowohl Materialien als auch bewährte Konstruktionen im Nutzungskreislauf gehalten werden.
In der Schreinerei liegt eine dieser Tischplatten auf dem Bock. Sie wird vermessen, auf ein neues Format zugeschnitten und an den Kanten sauber verarbeitet. Aus einer Platte, die am bisherigen Standort nicht mehr gebraucht wird, entsteht so die Grundlage für einen neuen Einsatz innerhalb der SBB.
Bevor eine Tischplatte aufbereitet wird, wird geprüft, ob sich die Weiterverwendung lohnt. Entscheidend sind der Zustand des Materials, die vorhandenen Masse und der Aufwand für die Bearbeitung. Ist die Substanz intakt und lässt sich die Platte sinnvoll anpassen, bleibt sie im Nutzungskreislauf.
Eine weitere Voraussetzung ist, dass Material und Bedarf zusammenfinden. Denn was heute an einem Standort frei wird, wird nicht zwingend gleichzeitig an einem anderen benötigt. Bestehendes Mobiliar wird deshalb eingelagert und bei Bedarf wieder in die Planung einbezogen.
Im Sinne des Upcyclings werden Materialien nicht nur recycelt, sondern in ihrer Substanz erhalten und in neuer Form weiterverwendet. So bleiben sie länger im Nutzungskreislauf und Ressourcen werden geschont.
Dieses Material kommt zu uns, damit wir es aufwerten können. Damit es an einem neuen Ort in einer neuen Funktion wieder eingesetzt werden kann.
Wirkung: Ökologisch, wirtschaftlich und langfristig.
Nicht jedes Möbelstück eignet sich dafür. Stark beschädigte Materialien oder Elemente, die sich nicht sinnvoll anpassen lassen, werden der stofflichen Verwertung zugeführt. Wo eine Weiterverwendung möglich ist, kann die Nutzungsdauer bestehender Materialien hingegen deutlich verlängert werden.
Die Wirkung entsteht dabei über die Menge und die Wiederholung. Jede Tischplatte und jedes Möbelstück, das aufbereitet statt ersetzt wird, spart neue Materialien, reduziert Abfall und vermeidet zusätzlichen Aufwand für Entsorgung und Neubeschaffung.
Die Erfahrungen aus dem Projekt fliessen gleichzeitig in die zukünftige Planung und Beschaffung ein. Gängige Masse und Konstruktionen, die sich einfach anpassen lassen, schaffen bessere Voraussetzungen dafür, dass Mobiliar später an einem anderen Standort oder in einer neuen Funktion weiterverwendet werden kann.
Das Projekt zeigt, wie bestehende Ressourcen durch gezielte Weiterentwicklung in neue Nutzungskreisläufe überführt werden können – und leistet damit einen konkreten Beitrag zu einem nachhaltigeren Umgang mit Materialien und gleichzeitig zur Entwicklung der neuen Workplace Zielen.
Für uns steht im Mittelpunkt, vorhandene Ressourcen möglichst lange im Nutzungskreislauf zu halten. Wenn bestehendes Mobiliar weiterverwendet oder an neue Anforderungen angepasst werden kann, reduzieren wir den Bedarf an Neubeschaffungen und leisten gleichzeitig einen konkreten Beitrag zur Nachhaltigkeit bei der SBB.
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