Areale entwickeln

Letzi Turm: Erstes BIM-Projekt fertiggestellt.

Beim Doppelhochhaus in Zürich Altstetten wurde ab Phase Vorprojekt konsequent auf die BIM-Methode (Building Information Modelling) gesetzt. Mit dem Bezug ab November 2022 geht der Letzi Turm nun in die BIM-Phase «Betrieb» über. Welche Erfahrungen und Mehrwerte aus dem Pilotprojekt bisher resultieren, sagt Fachspezialistin Annett Fack im Interview.

14. November 2022

BIM ist ein «Möglichmacher» der Digitalisierung von Prozessen im Planen, Bauen und Betreiben von Assets. Die SBB übernimmt dabei eine Vorreiterrolle. So schreibt SBB Immobilien seit Anfang 2021 alle ihre Hochbauten über 5 Millionen Franken mit der BIM-Methode aus. Auch SBB Infrastruktur wird ab 2025 für ihre Anlagen BIM anwenden.

Parallel zur Entwicklung von BIM werden Pilotprojekte umgesetzt wie der soeben fertiggestellte Letzi Turm in Zürich Altstetten. 177 Mietwohnungen verteilen sich auf den Sockel und zwei Türme mit je 22 Geschossen. Im Erdgeschoss befinden sich Gewerbeflächen und Ateliers. Die in der Phase Planung und Bauen aggregierten Daten werden den Betrieb des Letzi Turms einfacher und wirtschaftlicher machen. Wir haben mit Annett Fack, Fachspezialistin System im BIM-Team, über die bisher gewonnenen Erkenntnisse gesprochen.

 

Ganz generell, was sind die Ziele von BIM@SBB Hochbau?

BIM ist eine vernetzte und ganzheitliche Methode zur Planung und Verwaltung von Gebäuden. Der Fokus liegt dabei auf Kooperation, Kollaboration und Kommunikation mittels digitaler Technologien. Gemeinsam mit den Beteiligten erwartet die SBB Einsparungen in den Erstellungskosten (Capex) und den Betriebskosten (Opex). Zudem schaffen wir die Datengrundlage für ein zusammenhängendes Asset Management. Mit der BIM Methode können Projekte schneller und transparenter abgewickelt und Fehler reduziert werden. Auch der CO2-Ausstoss lässt sich dank vorausschauender Instandhaltungsplanung im Betrieb verringern.

Aufgrund von Feedbacks aus den BIM-(Pilot)Projekten und der Konsolidierung mit BIM@SBB erfahren die erarbeiteten Grundlagen laufend Anpassungen und die Praxistauglichkeit wird weiter erhöht.

 

Wie sind Sie beim Pilotprojekt Letzi-Turm vorgegangen?

Im Rahmen dieses Projekts wurden vonseiten SBB eine BIM-Strategie erstellt und alle notwendigen Grundlagen wie Richtlinien, Definitionen und Standards erarbeitet. Die Projektbeteiligten wurden auf die anspruchsvollen Aufgaben vorbereitet. Dies ermöglicht es allen, die in den Prozess involviert sind, Informationen an einem zentralen Ort zu erfassen, zu bearbeiten, zu prüfen und darauf zuzugreifen.

 

Worin bestehen die Mehrwerte von BIM?

Ein wesentlicher Mehrwert ist die Planungsgenauigkeit und -sicherheit durch das Erstellen eines Modells. Sobald Kosten und Termine im Modell integriert sind, liegt ein Instrument für die Planung von Kosten und Finanzmittelbedarf im Modell vor. Plan- und Ausführungsänderungen können laufend sichergestellt werden. Dadurch bestehen immer aktuelle Grundlagen. Für alle Projektbeteiligten ist die dreidimensionale Betrachtung besser vorstellbar und nachvollziehbar. Auf der Common Data Environment (CDE) werden Dokumente von Planung sowie Bau abgelegt und dem Betrieb zur Verfügung gestellt.

 

In Bezug auf Nachhaltigkeit ist bei SBB auch Kreislaufwirtschaft wichtig. Wie wirkt sich dieser Aspekt auf BIM aus?

Die Kreislaufwirtschaft ist in der SBB Strategie 2030 verankert und in der Richtlinie Nachhaltigkeit von SBB Immobilien integriert. Die BIM-Methodik ist ein wichtiges Bindeglied, um den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen und liefert die notwendigen Daten und Informationen. So wurde das Pilotprojekt Letzi Turm zu Testzwecken mit Madaster (Materialdatenbank) verknüpft.

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